Waldohreule
Asio otus
Übersicht
Die Waldohreule zeichnet sich durch lange, aufrecht stehende Ohrbüschel, orangefarbene Augen und ein fleckiges braunes Gefieder aus.
Weibchen sind in der Regel größer als Männchen, mit einer Größe von 27 cm bis 40 cm, einer Flügelspannweite von 90 cm bis 100 cm und einem Gewicht von 260 g bis 435 g. Männchen sind 25 cm bis 37 cm groß, haben eine Flügelspannweite von 84 cm bis 95 cm und wiegen zwischen 220 g und 305 g.

- Gefunden in
- Nördliche Hemisphäre
- Klasse
- Aves
- Ordnung
- Strigiformes
- Familie
- Strigidae
- Gattung
- Asio
Arterhaltungszustand
Waldohreulen kommen zahlreich vor und gelten als „nicht gefährdet“, doch ihre Populationen sind insgesamt rückläufig. Sie sind auf dichte Wälder zum Nisten und offenes Grasland zum Jagen angewiesen, doch durch die Beseitigung von Hecken, die Rodung von Wäldern und die Intensivierung der Landwirtschaft sind die verfügbaren Brut- und Nahrungsgebiete zurückgegangen. Eine weitere ernsthafte Bedrohung für alle Greifvögel ist die Sekundärvergiftung durch Nagergifte, die zur Bekämpfung von Ratten eingesetzt werden. In städtischen Gebieten können Stromleitungen und der Straßenverkehr zusätzlich zum Tod von Eulen führen.
Der Schwerpunkt beim Schutz der Waldohreule liegt auf dem Erhalt und der Wiederherstellung von Lebensräumen sowie einer verantwortungsvollen Landbewirtschaftung. Die Erhaltung von Mischwäldern und Graslandmosaiken sowie die Bereitstellung künstlicher Nistmöglichkeiten unterstützen die bestehenden Populationen. Die Reduzierung des Einsatzes schädlicher Nagergifte zugunsten tierfreundlicher Schädlingsbekämpfungsmethoden ist ebenfalls ein wichtiger Schritt. Aufklärungskampagnen für die Öffentlichkeit konzentrieren sich darauf, die wichtige Rolle der Eulen für ein ausgewogenes Ökosystem hervorzuheben, das Raubtiere, Beutetiere und Menschen unterstützt.

- Wildbestand
- 2.200.000 – 3.700.000
- Arterhaltungszustand
- Nicht gefährdet
Tierfakten
- Die Waldohreule nutzt oft alte Nester, die von anderen Vögeln gebaut wurden, vor allem die von Krähen oder Elstern.
- Die „langen Ohren“ der Waldohreule sind in Wirklichkeit keine Ohren, sondern Federn, die zur Tarnung und Kommunikation dienen.
- Die Waldohreule besitzt spezielle Federn mit weichen, gefransten Rändern, die ihren Flug nahezu geräuschlos machen und es ihr ermöglichen, sich so unbemerkt ihrer Beute zu nähern.
- Die Waldohreulenpopulationen, die in den kälteren nördlichen Regionen leben, ziehen im Winter gen Süden, während die Tiere in milderen Gegenden eher das ganze Jahr über bleiben.
- Die Waldohreule ist hervorragend getarnt und sitzt tagsüber meist ruhig in dichten Nadelbäumen, wodurch sie oft unbemerkt bleibt, selbst wenn sie sich in der Nähe von Menschen aufhält.
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Sozialverhalten Und Fortpflanzung
Während eines Großteils der Paarungszeit sind Waldohreulen ziemlich territorial und leben allein, wobei die Paare ihre Nistplätze aggressiv gegen andere Eulen verteidigen. Außerhalb der Paarungszeit treffen sie sich jedoch oft in Gruppen von bis zu 20 Eulen an gemeinschaftlichen Schlafplätzen. Diese gemeinschaftlichen Schlafplätze bieten Schutz vor Fressfeinden, schlechtem Wetter und helfen den Eulen, gute Jagdgebiete in der Nähe zu finden.
Die Balz und Paarung der Waldohreule findet im späten Winter oder zu Beginn des Frühlings statt, wenn die Männchen ihr Revier festlegen und die Weibchen mit Gesängen und Flugkünsten anlocken. Manchmal bringen die Männchen ihren potenziellen Partnerinnen Futter, um sie zu beeindrucken. Die Paare bleiben während der Paarungszeit monogam. Allerdings paaren sich Waldohreulen in der Regel nicht jedes Jahr mit demselben Partner. Die Paare suchen sich dann ein verlassenes Nest, anstatt selbst eins zu bauen.
Das Weibchen legt im Schnitt 4 bis 6 Eier, wobei die Gelege auch 2 bis 10 Eier umfassen können. Sie brütet die Eier etwa 25 bis 30 Tage lang aus, während das Männchen sie mit Futter versorgt. Nach dem Schlüpfen bleiben die Küken etwa 3 Wochen im Nest, bevor sie es verlassen, um sich auf nahegelegenen Ästen niederzulassen, wo sie weiterhin von ihren Eltern gefüttert werden. Mit etwa 5 Wochen sind sie flügge und verlassen in der Regel bis zum Spätsommer das Brutgebiet.
Waldohreulen erreichen mit einem Jahr die Geschlechtsreife, allerdings paaren sich viele von ihnen nicht sofort in der nächsten Paarungszeit, wenn die Bedingungen dafür nicht besonders günstig sind.