Thomson-Gazelle
Eudorcas thomsonii
Übersicht
Am liebsten lebt sie in trockenen Graslandschaften, aber zu ihrem Lebensraum zählen auch Wälder. Charakteristisch sind ihr hellbrauner Rücken, der weiße Bauch und die schwarzen Streifen auf ihren Flanken. Ihre Schnauzen sind ebenfalls hellbraun, die Wangen und der Bereich um die Augen sind weiß und von den Augen zur Schnauze ziehen sich weitere schwarze Streifen.
Beiden Geschlechtern wachsen dunkle Hörner mit tiefen Furchen, wobei die der Männchen etwas länger und robuster sind. Im Durchschnitt erreichen sie eine Höhe von 55 bis 82 cm, eine Länge von 80 bis 120 cm und ein Gewicht von 20 bis 35 kg.

- Gefunden in
- Afrika
- Klasse
- Mammalia
- Ordnung
- Artiodactyla
- Familie
- Bovidae
- Gattung
- Eudorcas
Arterhaltungszustand
Die Thomson-Gazelle gilt als nicht gefährdet, steht aber aufgrund von Lebensraumverlust, Fragmentierung und Konflikten mit Menschen vor großen Herausforderungen. Die Ausweitung der Landwirtschaft, der Ausbau der Infrastruktur und die vermehrte Viehhaltung haben den natürlichen Savannenlebensraum in Ostafrika verkleinert und fragmentiert. Thomson-Gazellen sind besonders anfällig für Raubtiere, wenn ihre Bestände auf kleinere, isolierte Gebiete beschränkt sind. Wilderei und illegale Jagd stellen ebenfalls lokale Bedrohungen dar, vor allem in Gebieten, in denen die Wildtiergesetze nicht streng genug durchgesetzt werden.
Die Arterhaltungsmaßnahmen konzentrieren sich auf den Schutz von Lebensräumen und eine nachhaltige Landbewirtschaftung, die den Schutz wildlebender Tiere mit der Entwicklung der Gemeinden verbindet. Schutzgebiete bieten Thomson-Gazellen wichtige Rückzugsorte, und Programme arbeiten mit lokalen Gemeinden zusammen, um durch Initiativen gegen Wilderei vorzugehen, Aufklärung zu betreiben und Ökotourismus zu fördern. Wildkorridore und Pufferzonen verbinden fragmentierte Lebensräume miteinander, sodass Gazellen und andere Wildtiere sich frei in der Landschaft bewegen können.
Durch fortlaufende Beobachtung und Forschung wird die langfristige Lebensfähigkeit der Thomson-Gazellenbestände in einer sich verändernden Umwelt gesichert.

- Wildbestand
- 145
- Arterhaltungszustand
- Nicht gefährdet
Tierfakten
- Die Thomson-Gazelle erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 96 km/h.
- Die Thomson-Gazelle ist die Beute von Geparden, Leoparden, Löwen, Hyänen, Krokodilen, Pythons, Adlern, Afrikanischen Wildhunden, Schakalen und Pavianen.
- Männliche Jungtiere der Thomson-Gazelle kämpfen mit ihren Hörnern, um die Rangordnung klarzustellen. Reifere Männchen kämpfen nur selten und zeigen ihre Dominanz eher, indem sie sich präsentieren.
- Die Thomson-Gazelle trinkt nur sehr selten. Den Großteil des zum Überleben nötigen Wassers bezieht sie aus ihrer Nahrung.
- Thomson-Gazellen sind sehr soziale Tiere, die oft in großen Gruppen leben. In der Wildnis wurden schon Herden mit 700 Tieren gesichtet.
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Sozialverhalten Und Fortpflanzung
Die Thomson-Gazelle besitzt ein komplexes und veränderliches Sozialverhalten. Wie die meisten Huftiere leben auch sie in Herden, die sich aus verschiedenen Arten von Gruppen zusammensetzen. So gibt es gemischte Gruppen, die aus nicht dominanten Männchen, Weibchen und deren Jungen bestehen, zudem Junggesellengruppe aus männlichen Jungtieren, einzelne, territoriale Männchen, die ihr Territorium gegen andere Männchen verteidigen, und Haremgruppen aus einem dominanten Männchen und mehreren paarungsbereiten Weibchen. Die Anzahl und Größe dieser Gruppen verändern sich immer wieder und sind vor allem von der Jahreszeit und der Verfügbarkeit von Nahrung abhängig.
Die Paarungszeit dauert das ganze Jahr an, ist aber in der Regenzeit am intensivsten. Während dieser Zeit verfolgen dominante Böcke alle fruchtbaren Geißen, die in ihrem Revier fressen und sich dort aufhalten. Dabei versuchen sie, die Weibchen in ihren Harem einzugliedern. Die Männchen zeigen ihre Dominanz, indem sie ihre Rivalen laut grunzend herausfordern, eine bedrohliche Körperhaltung einnehmen und ihr Revier durch Kotmarkierungen abstecken. Männchen nähern sich einem Weibchen in der Brunst und stampfen mehrmals mit dem Fuß auf den Boden, um es zu umwerben. Wenn sie paarungsbereit ist, vollziehen die beiden in den folgenden Stunden mehrmals den Paarungsakt.
Nach einer Trächtigkeit von 6 Monaten verlässt die Mutter die Herde und bringt ein Kalb zur Welt. Dieses lebt die ersten 3 bis 4 Wochen versteckt und trinkt Milch, bevor es allmählich beginnt, frisches Gras zu fressen. Mit 5 bis 8 Monaten ist es vollständig entwöhnt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Mutter meist schon wieder trächtig.
Die Weibchen verbleiben in der Herde ihrer Mutter, solange sich die Herden nicht während der Paarungszeit zerstreuen. Die Männchen hingegen verlassen die Herde mit etwa sechs Monaten und schließen sich einer Junggesellenherde oder einer fremden gemischten Herde an. Sobald sie stark genug sind, um Rivalen abzuwehren, kämpfen die Jungtiere um die Vorherrschaft und suchen sich ein eigenes Territorium, das sie mit Urin, Duftstoffen und Hornspuren markieren. Zudem zeigen sie Dominanzverhalten, um die Grenzen zum Territorium anderer ausgewachsener Männchen abzustecken. Thomson-Gazellen werden mit 2 Jahren geschlechtsreif.