Sunda-Schuppentier
Manis javanica
Übersicht
Charakteristisch sind seine schützenden Hornschuppen aus Keratin, die, mit Ausnahme der Unterseite, den gesamten Körper bedecken, sowie sein langer, greiffähiger Schwanz. Die Färbung der Sunda-Schuppentiere reicht von Braun über Gelbbraun bis zu olivfarbenen Tönen, was eine gute Tarnung im Laub ermöglicht.
Erwachsene Tiere werden 40 bis 65 cm lang, hinzu kommen 35 bis 55 cm Schwanzlänge. Ihr Gewicht liegt zwischen 4 und 10 kg. Männchen sind im Durchschnitt etwas schwerer als Weibchen.

- Gefunden in
- Südostasien
- Klasse
- Mammalia
- Ordnung
- Pholidota
- Familie
- Manidae
- Gattung
- Manis
Arterhaltungszustand
Das Sunda-Schuppentier ist vom Aussterben bedroht. Es gilt als das am meisten gehandelte Säugetier der Welt, da es wegen seines Fleisches und seiner Schuppen sehr begehrt ist. Seine Population ist in seinem gesamten Verbreitungsgebiet extrem zurückgegangen. Neben der starken Wilderei sind Schuppentiere auch von der fortwährenden Abholzung ihres Lebensraums, dem Regenwald, für Holzgewinnung, Plantagen sowie den Ausbau von Städten und Landwirtschaft betroffen. Die langsame Fortpflanzungsrate macht es fast unmöglich, dass sich die Population auf natürliche Weise wiederaufbaut.
Diese Art steht im Anhang I des CITES-Übereinkommens. Damit ist jeglicher internationale Handel verboten. Viele Arterhaltungsorganisationen arbeiten mit Regierungen zusammen, um die Patrouillen gegen Wilderei zu verstärken und die Bevölkerung für die ökologische Bedeutung von Schuppentieren zu sensibilisieren. Rettungs- und Rehabilitationszentren versorgen sichergestellte Tiere und bringen sie nach Möglichkeit wieder in geschützten Gebieten unter. Dort werden Forschungen zur Verbesserung der Haltung in Gefangenschaft durchgeführt, während freigelassene Schuppentiere zur Forschung vor Ort per Funksender verfolgt werden können. Öffentliche Aufklärungskampagnen sind ebenfalls unerlässlich, um die Nachfrage der Verbraucher nach Waren aus Schuppentieren zu reduzieren und die Koexistenz zu fördern.

- Wildbestand
- unbekannt
- Arterhaltungszustand
- Vom Aussterben bedroht
Tierfakten
- Der Körper eines Sunda-Schuppentiers ist durch mehr als 1.000 Hornschuppen geschützt, die rund 20 % seines Körpergewichts ausmachen und wie eine natürliche Rüstung fungieren.
- Sunda-Schuppentiere sind ausgezeichnete Kletterer. Mit ihrem greiffähigen Schwanz halten sie sich an Ästen fest und bewegen sich geschickt durch die Baumkronen.
- Die Zunge des Schuppentiers kann bis zu 40 cm lang werden und wird eingesetzt, um Ameisen und Termiten zu erbeuten. Ein einzelnes Tier frisst bis zu 70 Millionen Insekten pro Jahr.
- Schuppentiere haben keine Zähne. Dafür verschlucken sie kleine Steine, die im Magen verbleiben und das aufgenommene Futter zermahlen.
- Bei Gefahr rollt sich das Schuppentier zu einem kleinen Ball zusammen und verlässt sich auf seine Schuppen als Schutz.
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Sozialverhalten Und Fortpflanzung
Schuppentiere führen ein zurückgezogenes Leben und sind nur während der Paarungszeit oder bei der Aufzucht der Jungtiere in Gesellschaft anderer.
Das Fortpflanzungsverhalten ist in freier Wildbahn nur wenig erforscht. Bei Tieren in Gefangenschaft wurde beobachtet, dass Männchen paarungsbereite Weibchen über ihren Geruch finden und ihnen während der Paarungszeit folgen.
Sunda-Schuppentiere können sich das ganze Jahr über fortpflanzen, doch besonders viele Jungtiere werden in der Regenzeit gezeugt. Männchen konkurrieren manchmal miteinander oder folgen einem Weibchen hartnäckig, um sich mit ihm zu paaren. Die Paarung findet meist am Boden oder an einem geschützten Ort statt. Danach trennen sich Männchen und Weibchen sofort wieder.
Nach einer Tragzeit von etwa 180 Tagen bringt das Weibchen in einem Bau oder einer mit Pflanzen ausgepolsterten Baumhöhle ein einzelnes Jungtier zur Welt; Zwillinge sind selten, aber möglich. Neugeborene besitzen weiche, helle Schuppen, die innerhalb weniger Tage aushärten. Das Jungtier bleibt zunächst mehrere Wochen im Bau. Später trägt die Mutter es zusammengerollt auf ihrem Schwanz oder Rücken, während sie nach Nahrung sucht. Mit etwa 3 Monaten beginnt es feste Nahrung zu fressen, mit 4 Monaten ist es entwöhnt.
Mit ungefähr 5 Monaten wird das Jungtier selbstständig. Geschlechtsreife erreichen die Schuppentiere mit etwa 2 Jahren.