Netzgiraffe
Giraffa reticulata
Übersicht
Sie unterscheidet sich von anderen Giraffenarten durch ihre großen, vieleckigen Flecken, die hellbraun bis rot sind und durch weiße, miteinander verbundene Linien unterteilt werden. Giraffen sind berühmt für ihren langen Hals, mit dem sie an Blätter gelangen, die für andere Tiere unerreichbar sind. Wie alle Giraffen weist auch die Netzgiraffe einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf. Zwar haben beide Geschlechter zwei knöcherne Hörner – Ossicones – am Kopf, doch sind die der Weibchen kleiner und dünner. Bei Männchen kann sich zudem ein drittes, mittleres Horn auf der Stirn herausbilden.
Männchen sind zudem deutlich größer als die Weibchen: Sie sind im Durchschnitt 5,1 m groß, können aber bis zu 5,7 m erreichen, und wiegen durchschnittlich 1.200 kg. Weibchen sind etwa 4,45 m groß und wiegen im Durchschnitt etwa 800 kg.

- Gefunden in
- Afrika
- Klasse
- Mammalia
- Ordnung
- Artiodactyla
- Familie
- Giraffidae
- Gattung
- Giraffa
Arterhaltungszustand
Die Netzgiraffe gilt als stark gefährdet; der Rückgang der Bestände wird hauptsächlich durch Lebensraumverlust, Wilderei und Konflikte zwischen Mensch und Tier vorangetrieben. Die Savannen- und Waldgebiete, in denen Netzgiraffen heimisch sind, werden durch landwirtschaftliche Nutzung, Siedlungen und Infrastruktur fragmentiert oder umgewandelt. Auf diese Weise isolierte Populationen haben weniger Zugang zu Paarungsmöglichkeiten und Nahrungsquellen und sind leichtere Beute für Fressfeinde. Außerdem werden Giraffen von Wilderern wegen ihres Fleisches, ihrer Haut und als Trophäen gejagt und konkurrieren mit Nutztieren um die wenigen Weideflächen und Trinkstellen in dürregefährdeten Regionen. Politische Instabilität in Teilen ihres Verbreitungsgebiets erschwert die Strafverfolgung von Wilderern sowie andere Artenschutzmaßnamen.
Eine Kombination aus Lebensraummanagement, Programmen zur Bekämpfung von Wilderei und gemeinschaftlichen Arterhaltungsinitiativen soll den Giraffen helfen. In mehreren Reservaten werden Giraffenpopulationen überwacht und geschützt. Außerdem wird z. B. Ökotourismus gefördert, um Anreize für die örtliche Bevölkerung zu schaffen, die Giraffen nicht zu jagen, sondern sie zu schützen. Nachzüchtung in Gefangenschaft sowie Umsiedlungen können zusätzlich dazu beitragen, dass sich Bestände erholen; der Erfolg solcher Maßnahmen hängt jedoch davon ab, dass die genetische Vielfalt beibehalten oder vergrößert werden kann und passende, miteinander verbundene Lebensräume zur Verfügung stehen.

- Wildbestand
- 11.05
- Arterhaltungszustand
- Stark gefährdet
Tierfakten
- Bis vor Kurzem ging man davon aus, dass alle Giraffen Unterarten einer einzigen Art, Giraffa camelopardalis, seien, doch DNA-Analysen haben gezeigt, dass es sich bei den meisten von ihnen um eigenständige Arten handelt.
- Männliche Giraffen werden mit zunehmendem Alter dunkler, manche sogar so stark, dass sie fälschlicherweise für melanistische Giraffen gehalten wurden.
- Der nächste lebende Verwandte der Giraffe ist das Okapi.
- Die Tritte einer erwachsenen Giraffe sind extrem kraftvoll und können für Raubtiere tödlich sein. Es kommt nur selten vor, dass eine erwachsene Giraffe von einem Raubtier erlegt wird.
- In der Antike glaubten Griechen und Römer, die Giraffe wäre eine Kreuzung aus einem Kamel und einem Leoparden. Der lateinische Name der Giraffe lautet daher „camelopardalis“.
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Sozialverhalten Und Fortpflanzung
Netzgiraffen leben in lose organisierten Gruppen. Kühe gehören Gruppen an, mit denen sie zum Fressen umherziehen, allerdings können sie sich im Laufe ihres Lebens immer wieder neuen Gruppen anschließen. Bullen leben in Junggesellenherden oder als Einzelgänger und folgen den Herden der Kühe, um sich mit ihnen zu paaren. Je älter ein Bulle ist, desto mehr Zeit verbringt er damit, den Kühen zu folgen.
Netzgiraffen pflanzen sich ganzjährig fort und paaren sich das ganze Jahr über. Ausgewachsene Männchen verfolgen Herden von Weibchen und achten auf Anzeichen von Paarungsbereitschaft. Der Brunstzyklus der Weibchen dauert etwa zwei Wochen, wobei es pro Zyklus ein bis zwei fruchtbare Tage gibt. Männchen bekämpfen Rivalen in aggressiven Halskämpfen, um sich den exklusiven Zugang zur Herde zu sichern. Beim Werben stupsen sie das Weibchen mit der Schnauze an, bis sie dem Männchen die Paarung gestattet.
Nach einer Tragzeit von etwa 14 Monaten bringt das Weibchen ein Kalb zur Welt. Zwillingsgeburten kommen sehr selten vor. Giraffen sind nestflüchtig, und die Jungtiere können bereits innerhalb einer Stunde nach der Geburt laufen. Die Mutter hält das Neugeborene so lange vor der Gruppe versteckt, bis es etwa drei Wochen alt ist. Die Entwöhnung beginnt im Alter von einem Monat und ist mit etwa einem Jahr abgeschlossen. Ab einem Alter von 1,5 Jahren beginnen die Jungtiere, sich allmählich von ihren Müttern zu entfernen.
Die Geschlechtsreife wird im Alter zwischen 3 und 5 Jahren erreicht. Männchen verlassen ihre Geburtsherde im Alter von etwa 3 Jahren, um sich einer Junggesellenherde anzuschließen. Mit zunehmendem Alter werden sie immer mehr zum Einzelgänger, bis sie sich im Alter von etwa 7 bis 8 Jahren vollständig absondern, wenn sie ihr maximales Wachstum erreicht haben und wahrscheinlich in der Lage sind, mit anderen Männchen um Partnerinnen zu konkurrieren. Weibchen bleiben länger bei ihren Müttern, können aber im Laufe ihres Lebens gelegentlich zu anderen weiblichen Herden wechseln.